Webfundstücke (2)

Von Loona. Veröffentlicht in datenschutz, gender, informatik/coden am Dienstag den 26. Februar 2008.

«Kickin’ the Darkness» hat einen wunderschön geschriebenen und nützlichen Artikel über schlechte Programmierer. Und gute. Falls Du auch dieses immer mal wieder auftretende, nagende Gefühl kennst, daß Du trotz all’ Deiner Erfahrung und all’ Deines Wissens immer noch ein furchtbar schlechter Programmierer bist, dann ist dieser Artikel für Dich! Und wenn nicht, dann vielleicht erst recht. :-)

Lizas Welt hat einen - sogar für mich Fußballmuffel - sehr interessanten Beitrag über Homophobie im Fußball, deren Ursachen und was man dagegen tun könnte. Neu war mir unter anderem daß bereits zwei Bundesligaspieler in anonymen Interviews mit dem (inzwischen leider eingestellten) alternativen Fußballmagazin RUND über ihr Schwulsein gesprochen haben.

Im Law Blog des Internet-Anwalts Udo Vetter findet sich schon seit November 2007 ein lesenswerter Beitrag zur Vorratsdatenspeicherung, in dem vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Art von Total-Überwachung eingegangen wird. Auch die Kommentare zu dem Beitrag sind zum großen Teil echt lesenswert. Einer, dem ich mich voll anschließen kann liest sich so:

Maegz (Link) meint: (12.11.2007 um 16:45)
Genialer Beitrag, sehr gut geschrieben. Könnte man glatt als Grundsatzerklärung für alle verwenden, die noch nicht begriffen haben, worum es geht. Für alle “ich hab doch nichts zu verbergen”-Sager.

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“Benutz’ doch erst mal die Suchfunktion!”

Von Loona. Veröffentlicht in home story, internet am Dienstag den 12. Februar 2008.

Kennst Du das?

Du hast nach bestem Wissen und Gewissen versucht eine Information im Internet zu finden. Oder in einem speziellen Forum. du hast die eine oder andere Suchmaschine befragt und die Suchfunktion des einen oder anderen Forums, und dabei die Suchbegriffe variiert. Du hast eigenäugig erfolglos eine Hand voll scheinbarer Treffer nach der gesuchten Information durchsucht…

Und schließlich traust Du Dich doch Deine Frage in einem Forum zum Thema zu posten. Und dann kommt erst mal:

“Benutz’ doch erst mal die Suchfunktion!”…

…denn die von Dir gesuchte Information wäre quasi überhaupt nicht zu übersehen. Es wird Dir ernsthaft übel genommen daß Du Dich erdreistest die Ruhe der Regulars mit so einer Lappalie zu stören.

Aber einen Zeiger auf die gesuchte Information geben einem diese Spezialisten natürlich nicht.

Server in Russland mieten?

Ja wie denn auch? ;-)

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Google vs. TOR?

Von Loona. Veröffentlicht in datenschutz, internet am Sonntag den 10. Februar 2008.

Als auf ihre Privatsphäre bedachte Surferin greife ich ausschließlich per TOR-Netzwerk auf Google zu, und verbiete dem Dienst sowohl die Verwendung von Scriptsprachen (Java, JavaScript) als auch das Setzen von Cookies. Außerdem unterbindet Privoxy für mich die Angabe eines Referrers und verschleiert User-Agent und Betriebssystem. Vor Googles Datenkrakerei sollte ich so ziemlich sicher sein.

Soweit, so gut.

In letzter Zeit jedoch bekomme ich immer häufiger die folgende Meldung zu sehen, wenn ich etwas auf Google suche:

Es tut uns Leid,

… aber Ihre Abfrage kann momentan nicht verarbeitet werden. Ein Computervirus oder eine Spyware-Anwendung sendet uns automatische Abfragen zu und es scheint, dass Ihr Computer bzw. Ihr Netzwerk infiziert wurde.

Wir werden Ihren Zugriff schnellstmöglich wiederherstellen, also probieren Sie es bald noch einmal. In der Zwischenzeit empfehlen wir Ihnen, anhand eines Virenscanners oder Spyware-Entferners zu überprüfen, dass auf Ihrem Computer kein Virus oder andere Störsoftware vorhanden ist.

Wir entschuldigen uns für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten und hoffen, dass Sie bald wieder bei Google vorbeischauen.

Bei anderen Suchmaschinen wie mamma (die Mutter aller Suchmaschinen), altavista (das war früher mal die beste, ein ehemaliges Prestige-Projekt von dec) oder MetaCrawler (benutzt andere Suchmaschinen) habe ich immer irgendwie den Eindruck dass die Suchergebnisse nicht so gut sind wie bei Google. – Oder sind das nur meine Vorurteile?

Was also tun? Scroogle bietet einen Proxy-Dienst für Google, den Scroogle Scraper. Über diese Krücke geht es dann wieder. Und es gibt sogar eine SSL-Version. Gut. So können nicht mal mehr irgendwelche Exit-Node-Betreiber mitschnüffeln. Ich frage mich an dieser Stelle bloß warum Google die Scroogle-Nodes nicht auch als Spyware rausfiltert.

Aber von dieser praktischen Frage ganz abgesehen: Warum tut Google das? Dass Google weiß was TOR ist und wie man an die Liste der Exit-Nodes kommt, kann man wohl ausgehen. Dass hier also ahnungslos einfach nur IPs geblockt werden über die ungewöhnlich viele Suchanfragen eingehen, kann mithin so gut wie ausgeschlossen werden. Außerdem gibt es ja auch große ge-firewall-te Firmennetzwerke wo tausend oder mehr Clients per NAT über eine einzige IP ins Internet gehen und Suchanfragen schicken. Auch hinter solchen Riesen-NATs hatte ich bisher nie Probleme Google zu erreichen. Ist es also wirklich so, dass Googles Netzwerke unter Attacken von Würmern und Spyware zusammenzubrechen drohen, und man daher den anonymen Zugang zu der Suchmaschine blockieren muß?

Oder wird hier einfach offenbar, was im Grunde jeder weiß, der sich schon mal mit dem googleschen Geschäftsmodell beschäftigt hat? — Dass nämlich die Benutzung der Suche gar nicht kostenlos ist, sondern wir mit unseren – oft sehr privaten – Daten dafür bezahlen. Bei jedem Besuch der Google-Homepage. Bei jeder Webseite auf der AdSense-Anzeigen geschaltet sind, oder die GoogleAnalytics verwendet, und so weiter… Und das sind immer mehr.

Vielleicht will man ja auf diese Art auf der geforderten Bezahlung bestehen, ohne jedoch sein Image als “gute” Company zu verlieren? (Google-Firmenmotto: “Don’t be evil!”) — Denn wer sich gegen böse Viren und noch viel bösere Spionage-Software schützen muß hat natürlich sofort unser Mitgefühl und unser Verständnis. Ein Spion jedoch, der so tut als ob er es ehrlich mit uns meint, uns jedoch flugs die Zusammenarbeit kündigt, sobald wir ihm nicht mehr nützlich sind, den würde man wohl anders ansehen.

Anregungen? Kommentare? Tipps?

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Die Zeichen mehren sich…

Von Loona. Veröffentlicht in datenschutz, politik, welt am Freitag den 1. Februar 2008.

Nachdem unlängst schon unser Bundesdatenschutzbeauftragter ein Buch mit dem Namen “Das Ende der Privatsphäre - Der Weg in die Überwachungsgesellschaft” abgeliefert hat, veröffentlicht nun die wahrlich nicht für Alarmismus bekannte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in der letzten Ausgabe der seriösen Blätter für deutsche und internationale Politik den Artikel Auf dem Weg in den autoritären Staat.

Ach ja… In der aktuellen Ausgabe der ‘Blätter’ übrigens: “Das Google-Imperium“von Daniel Leisegang.

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Webfundstücke

Von Loona. Veröffentlicht in computerszene, informatik/coden, politik, welt am Freitag den 1. Februar 2008.

Auf bsdtalk findet sich ein recht interessantes Podcast-Interview mit Richard Stallman. Das Interview mit dem Pionier der Free-Software-Bewegung ist zwar schon ein paar Monate alt, aber das macht nichts denn die besprochenen Themen sind auch eher zeitlos.

Die aus der amerikanischen Friedensbewegung hervorgegangene Medienkooperation ‘Democracy Now!‘ bietet auf ihren Webseiten eine wochentägliche, einstündige Fernsehsendung zum Thema Politik aus der Sicht der parlamentarischen und außerparlamentarischen amerikanischen Linken als Stream und zum Download an. Auch ein Torrent für die high-quality-Version ist vorhanden. Sicher interessant für alle, die sich für (US- und US-relevante) Tagespolitik interessieren und/oder einen alternativen Blickwinkel auf die US-Öffentlichkeit suchen. Themen sind im Moment vor allem die Präsidentschafts-Vorwahlen und die Lage im Nahen Osten. Beim Thema Palästina/Israel sind sie mir zwar ein Bißchen arg einseitig palästinenserfreundlich, aber das kann man ja ausblenden.

Wer sich für die Geschichte und die Wandlungen unseres Grundgesetzes interessiert findet vielleicht eine Aufstellung aller seiner Versionen interessant, inklusive einer Liste der jeweils geänderten Artikel, von der Urfassung vom 23.5.1949 bis zur Fassung vom 1.8.2002. Spätere Änderungen sind leider nicht enthalten.

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