Autor: Sabine

„Dana“ kommt

Es regnet seid gestern immer wieder mal. Angesagt war nur Nieselregen, aber jetzt schüttet es und der Himmel ist so grau und dicht, dass ein Ende nicht absehbar scheint. Der „landfall“ des Zyklon „Dana“ ist für heute Abend oder Nacht angesagt, an der Küste bei Odisha, das ist 300 km von Kolkata entfernt. Jedenfalls wurden die Schulen vorsorglich von heute bis Sonntag geschlossen, Notunterkünfte an der Küste sind eingerichtet worden und die ersten Evakuierungen haben begonnen. Ab 18:00 Uhr wurden alle Flüge und sämtliche Zugverbindungen gestrichen. Inwieweit Kolkata betroffen sein wird, kann man jetzt noch nicht sagen, aber auch hier werden die Generatoren an strategisch wichtigen Stellen aufgestellt, um die Stromversorgung im Katastrophenfall zu gewährleisten. Am schwersten wird es für die vielen in Kalkutta auf der Straße lebenden Menschen. Sie versuchen die Planen für ihre am Straßenrand notdürftig aufgebauten Unterstände fester zu spannen und mit Steinen am Boden zu fixieren. In der Nacht war es noch recht ruhig, heute fallen die Wassermassen, die den Zyklon „Dana“ begleiten vom Himmel – voraussichtlich für zwei Tage. Blick …

Sari, Kurti und Konsorten

Bewegungen, Körpersprache und Kleidung der Frauen und Männer kann ich noch nicht lesen… Nur dass die Frauen hier schön sind, ist nicht zu übersehen, und dass sie sich wundervoll kleiden, herrliche Farben und Muster, die miteinander harmonieren. In einen Sari gekleidet, strahlt der Gang der Frauen eine Würde aus. Die 4 – 6 m Stoff umhüllen den Körper oft kunstvoll gewickelt und lassen die Bewegungen fließend wirken. Welche Zugehörigkeit – sozial oder kulturell – darin verborgen ist, wüsste ich zu gerne! Diese Stoffe, Muster, Schnitte und die Verarbeitung erzählen Geschichten… National Geographic sagt dazu: der Sari sei seit gut 5000 Jahren das älteste in Asien verbreitete Kleidungsstück. Vor allem eines, das von keiner Nadel berührt wurde, das heißt, es besitzt keine Nähte. Es gibt über 30 regionale Sari-Varianten aus Seide, Baumwolle und Leinen und unzählige Möglichkeiten, ihn anzulegen. Und dann gibt es noch die viel häufiger im Straßenbild sichtbare Kurti, eine Tunika, mit Hose und übergeworfenem Schal, das scheint eine etwas modernere Variante der Bekleidung für Frauen zu sein. Und gelegentlich gerne mit Schirm dabei, …

Losgehen in Kolkata

…in der Frühe laufen wir los. Von Norden, nach Süden durch den alten Teil der Stadt. Es ist alles da und von allem viel: besonders laut durch ihr Hupkonzert sind die Fahrräder, Tuktuks, Motorräder und Busse, umgeben von Häusern aus der Kolonialzeit mit morbidem Charme, dazwischen Neubauten und Bretterverschläge, kleine Läden und Handwerksbetriebe. Männer und Frauen in Bewegung, aber gemächlich – ein anderes Tempo wäre in dieser Hitze nicht angemessen. Die Stadt und ihre Menschen lesen lernen… langsam… wir sind ja erst am Anfang… …und im Gehen immer wieder überrascht, dass ganze Straßenzüge unterschiedlichen Fachgeschäften gewidmet sind: da gibt es eine Straße, in der Töpfe, Pfannen, Küchenartikel oder Plastikschüsseln und Eimer in jedem kleinen Laden verkauft werden, in der nächsten Gasse sind es frisch gezimmerte Holzleitern, dann folgen alle Arten von geflochtenen Körben, darauf Säcke, Taschen und Netze. Es gibt sogar eine Reihe von Tresoraufarbeitungshandwerksbetrieben! (das Wort dafür wohl nur in der deutschen Sprache). Eine Ecke weiter reihen sich Eisenhandlungen aneinander, Rund- und Vierkant-Stahlstangen liegen in eigens dafür angefertigten Regalen. Dazwischen und an den Straßenecken …

Zweite Heimat: Untertage Bergwerkserie

Sich nur in weißen Farbräumen aufzuhalten oder an immer weißer werdenden Bildern zu sitzen, ist nicht aushaltbar, zu anstrengend und mitunter ausweglos erscheinend. So ist die in mir auftauchende Erinnerung an den anderen Pol des Seins wie eine Rettung. Auch das eine Innenreiseerfahrung: das Leben unter der Erde, im Bergwerk. Unter Frauen sein. Hitze, Schweiß und Körpersäfte. Adern, Erze, fließen, Blutbahnen, Verdichtungen, tiefer sinken, hinein, in Abgründe.  Sich nur in weißen Farbräumen aufzuhalten oder an immer weißer werdenden Bildern zu sitzen, ist nicht aushaltbar, zu anstrengend und mitunter ausweglos erscheinend. So ist die in mir auftauchende Erinnerung an den anderen Pol des Seins wie eine Rettung. Auch das eine Innenreiseerfahrung: das Leben unter der Erde, im Bergwerk. Unter Frauen sein. Hitze, Schweiß und Körpersäfte. Adern, Erze, fließen, Blutbahnen, Verdichtungen, tiefer sinken, hinein, in Abgründe. 

Weiße Bilder
Sehnsucht nach Weite und Raum. Ein Versuch.

Woher kommen die Bilder, die wir malen? Wieso sollen es weiße Bilder werden? Eine Ausgangserfahrung ist die Reise in Innenwelten: die Bewegung, mit klappernden Knochen durchs Unterholz streifen. Wege, die hochführen in eine heller werdende Welt. Kreidefelsen, Flechten, Steine, Wasser, Wolkennebel. Stehen am Rande des Sees. Knochenfrau mit langem Stab, in weiß aufgelöst, eins werden in dieser Fülle von Nichts. Pur. Und wie diesen Weg, dieses Sein sichtbar werden lassen im Bild, in Bildern?